Kölner Geschichte
Der Dombaukran – Das Wahrzeichen des unvollendeten Doms
Über viele Jahrhunderte gehörte der hölzerne Dombaukran untrennbar zur Silhouette des Kölner Doms. Wahrscheinlich entstand er in der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts, kurz nachdem die Arbeiten am aufgehenden Mauerwerk des Südturms begonnen hatten. Seine Aufgabe bestand darin, die gewaltigen Steinquader und Baumaterialien für den Turmbau in große Höhen zu heben. Mit rund 25 Metern Höhe war er eine der größten und beeindruckendsten Baumaschinen des Mittelalters.
Als die Bauarbeiten am Dom im späten 15. Jahrhundert zunehmend ins Stocken gerieten und nach 1520 schließlich vollständig eingestellt wurden, verlor der Kran zwar seine eigentliche Funktion, blieb jedoch auf dem unvollendeten Südturm stehen. Fast fünf Jahrhunderte lang prägte er das Stadtbild Kölns und wurde zu einem der bekanntesten Wahrzeichen der Stadt. Zahlreiche historische Zeichnungen, Gemälde und die ersten Fotografien des Kölner Doms zeigen den markanten Holzkran hoch über den Dächern der Stadt.
Mit der Wiederaufnahme der Bauarbeiten im Jahr 1842 erhielt der Domkran noch einen letzten symbolischen Einsatz: Zur feierlichen Wiederaufnahme des Dombaus hob er einen Sandsteinquader auf den Südturm – ein bewusstes Zeichen der Verbindung zwischen den mittelalterlichen Dombaumeistern und der neuen Bauzeit. Im Jahr 1868 wurde der Kran schließlich abgebaut, um die Vollendung der beiden Türme zu ermöglichen. Zwölf Jahre später, im Jahr 1880, war der Kölner Dom nach insgesamt 632 Jahren Bauzeit vollendet.
Unser nachgebildeter Dombaukran erinnert an dieses außergewöhnliche Kapitel der Kölner Geschichte. Er steht als Symbol für die Handwerkskunst, den Erfindergeist und die Ausdauer der Menschen, die über Generationen hinweg am Kölner Dom gearbeitet haben. Mitten auf dem Weihnachtsmarkt „Im Lichte des Doms“ schlägt er eine Brücke zwischen der jahrhundertealten Geschichte des Doms und der festlichen Atmosphäre der Gegenwart – und lädt dazu ein, Köln aus einer besonderen Perspektive zu erleben.



